Das Lille-Magazin No. 4 liegt seit Ende September 2019 in den Regalen der Händler. Ich habe es direkt auf dem Lillefestival 2019 gekauft und war gleich ganz begeistert vom Mantel Lara. Im Sewalong zu den Schnitten auf Facebook bin ich dann auch noch Mitglied des Teams dafür geworden. Mit Rat und Tat begleiten Lisa und ich also alle, die den Mantel mit uns nähen wollen. Hier kommt also eine kleine Anleitung von mir. Ich hoffe, ihr habt Spaß beim Nähen!



Wir beginnen also mit den Vorbereitungen:

Das Heft haben sich bestimmt alle schon besorgt. Dort in der Mitte befinden sich die Schnittmuster- Mantel Lara ist die Nummer 7 in schwarzer Farbe. Nun müsst ihr euch also eure Größe abpausen. Wahlweise könnt ihr natürlich auch den Schnittmusterbogen zerschneiden, dann sind aber alle anderen Muster auch dahin.

Wichtig ist, dass ihr genau in eurer Größe bleibt. Außerdem solltet ihr alle Markierungen übernehmen. Ich schreibe mir auf meine abgepausten Schnitte immer den Namen, welche Größe, welches Teil und, ob Naht-/Saumzugaben enthalten sind.

Die Schnittmuster im Magazin enthalten KEINE Naht- und Saumzugaben. Die Nahtzugabe bestimmt ihr nach der Schnittbreite eurer Maschine, die Empfehlung für die Saumzugabe ist 4cm. Vor dem Zuschnitt lest bitte unbedingt die Hinweise zur Zugabe am unteren vorderen Rand des Mantels im Heft.

Zusätzlich zu den Naht- und Saumzugaben müsst ihr eure eigene Körpergröße bedenken. Die Schnitte sind alle auf eine Körpergröße von 1,68m ausgelegt. Solltet ihr größer oder kleiner sein, denkt dran, die Schnittteile anzupassen. Ich selbst bin 1,72m groß. Also habe ich die Schnittteile insgesamt um 8cm (4cm Körpergröße + 4cm Saum) verlängert. Denkt auch dran, die vorderen Belege entsprechend zu verlängern. Dann schneidet ihr alle Schnittteile zu, ein Bild für den Zuschnitt für die vorderen Abnäher findet ihr ein Stückchen weiter unten im ersten Näh-Schritt.

Wenn ihr also alles zugeschnitten habt, solltet ihr folgende Teile zusammen haben:

  • 2 x das Vorderteil gegengleich
  • 2 x das Rückenteil gegengleich
  • 2 x den vorderen Beleg gegengleich
  • 1 x den hinteren Beleg im Bruch
  • 4 x den Taschenbeutel gegengleich (aus Jersey, damit es nicht so aufträgt)

Und damit können wir anfangen, zu nähen.

Ihr findet eine schriftliche Anleitung im Magazin. Eine bebilderte Anleitung für den gefütterem Mantel findet ihr beim Schnittmusterersteller Schnittmuster Berlin. Zusätzlich habe ich die Schritte für meinen Mantel ungefüttert fotografiert. Los geht’s mit den Abnähern:

Ich zeichne die Abnäher ein, schneide sie aber nicht aus. Den „überflüssigen“ Stoff brauchen wir nachher, um den Abnäher richtig anzulegen.

Die Abnäherzeichnungen lege ich rechts auf rechts aufeinander und stecke sie ab. Nun nähe ich AUF der Markierung die beiden Teile mit einem einfachen Geradstich von oben nach unten zusammen. Warum ist „von oben nach unten“ so wichtig…?

Die Naht soll zum Ende des Abnähers immer flacher werden, so dass auf der rechten Seite keine Beulen oder „Löcher“ entstehen. Ich nähe nach unten hin immer flacher ans Stoffende, die letzten Stiche gehen also wirklich in die letzten Fasern. Am Ende werden die Fäden NICHT vernäht, sondern Ober- und Unterfaden werden einfach aus der Maschine gezogen und abgeschnitten. Ich drehe die beiden Fäden dann ein bisschen auf und verknote sie locker und fertig ist der Abnäher- das Vorderteil könnt ihr wieder aufklappen. Den überflüssigen Stoff neben der Naht lege ich dann auf die Seite, auf die ich ihn nachher fixiere und bügle den Stoff einfach platt. Bei meinem Mantel habe ich den Stoff in Richtung Ärmel geklappt.

Weiter geht es mit dem Rückteil. Da ich fast jeden Schnitt mit Rückennaht nähe, gefällt mir das am Schnitt natürlich sehr! Ich lege beide Rückteile rechts auf rechts aufeinander, nähe die hintere Mitte zusammen, dampfbügle die Naht und steppe sie noch ab.

Anschließend werden die Schulternähte geschlossen und danach die Ärmel rechts auf rechts angenäht. Die Knipse zeigen genau, welcher Ärmelteil nach vorn (ein Knips) und welcher nach hinten kommt (zwei Knipse). Auch ein Knips für die Schulter ist dabei.

Kommen wir zu den Taschen:

Ich nähe die Taschenbeutel rechts auf rechts an die entsprechenden Markierungen. Auf das Vorderteil kommt also ein Taschenteil mit dem Beutel nach unten. Das gegengleiche Schnittteil kommt auf die Rückseite, ebenfalls mit dem Beutel nach unten. Empfohlen wird ein Geradstich, ich selbst nähe die Taschen aber schon mit der Overlock an. Wenn die Beutel angenäht sind, klappe ich sie auf die Rückseite, also links auf links, bügele die Nahtkante und steppe sie ab. Solche Taschen verwirren vielleicht manchmal ein bisschen, ergeben aber spätestens beim nächsten Bild Sinn. Denn jetzt kommen wir schon zum Schließen der Seitenteile:

Ich lege die Arme also rechts auf rechts aufeinander und schließe nach und nach mit Clips die Außenkante. Wichtig ist, dass bestimmte Punkte aufeinander liegen: die Armkugelnaht, die Taschenöffnungen und das untere Ende. Hier sieht man dann also auch, wieso die Taschen so angenäht sind, ich nähe also eine Kurve und verbinde somit die Taschenteile. Und damit es auf der anderen Seite nicht kalt wird, schließe ich die Naht genauso.

Damit ist der Mantel in seiner Grundform fertig! Jippie.

Wirf ihn doch mal über und schaue, ob er passt. Anpassen könnte man jetzt ganz unkompliziert die Gesamtlänge, die Ärmellänge und, wenn man ganz viel Geduld hat, auch die Höhe der Tascheneingriffe. Wenn alles passt, fehlt nur noch der Beleg und das Säumen.

Die beiden vorderen Belegteile werden an den Schultern an das hintere Belegteil angenäht. Achtet darauf, die Rundung der vorderen Teile in die Mitte zu legen. Sie würden theoretisch auch nach außen gerichtet an die Schultern passen. Ich versäubere dann die Kante, die später offen sichtbar ist. Anschließend legt ihr den Beleg an die vordere Kante des Mantels. Ich beginne bei den Nähten, die vorgegeben sind: die Schultern. Dann einfach entlang der unversäuberten Kante anlegen und fixieren. Wenn alles gut gegangen ist, solltet ihr nun einen Beleg an der Vorderseite haben, der 4cm kürzer ist, als der ganze Mantel. Der Beleg kann angenäht werden, achtet nun bei den Abnähern darauf, dass ihr sie beide nach außen klappt. Dann könnt ihr den angenähten Beleg umklappen und bügeln. Ich habe den Beleg erst abgesteppt, nachdem ich den Saum genäht habe.

Die untere Saumkante wird nun 4cm umgeklappt, oder eben entsprechend in der Breite, in der ihr die Saumzugabe dazugegeben habt. Eine genaue Anleitung mit Video gibt es bei Bedarf bald in der Sewalong-Gruppe bei Facebook! Ich steppe Säume gern sichtbar ab, meist also mit den Dreifach-Geradstich oder eben der Coverlock. Hier habe ich den Dreifach-Geradstich genommen. Da der bei den richtigen Einstellungen oben und unten gleich aussieht, steppe ich so breite Säume meist auch von der linken Seite ab. Natürlich geht das mit entsprechendem Abstandshalter oder Markierungen oder Linealen auch schön auf der rechten Seite. Ganz so, wie es euch gefällt. Ebenso mache ich das mit den Belegen. Ich habe den Beleg also von links auf der versäuberten Kante festgesteppt. Das gibt bei der Lara zwar eine gleichmäßige Steppung, aber keine Parallele zur Außenkante. Ich finde das trotzdem ganz schick so!

Auf dem Bügel hängend sieht der Mantel gar nicht so schön aus, wie er eigentlich ist. Ich habe mich für einen Strickstoff entschieden, das ist natürlich gar nichts für einen Kleiderbügel. Aber: Ihr und ich sind fertig! Herzlichen Glückwunsch, ihr habt einen neuen Mantel!

Ich bin ganz gespannt auf euer Feedback und viele viele Fotos eurer Stücke. Schöne Fotos von meinem folgen natürlich. Und bis dahin verabschiede ich mich bis zum nächsten Mal.

<3


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